Ein ganz normaler Tag auf dem Hausboot

Wir wachten so gegen 08:00am auf. Es war kaum zu glauben, die Sonne blinzelte zwischen den Wolken hervor. Die Nacht war sehr ruhig, trocken und windstill. Wir frühstückten erst einmal und diskutierten wie wir am besten unter der Brücke vom Vortag wieder zurückkommen. Auf jeden Fall brauchten wir so viel Gewicht am Heck, wie nur irgendwie möglich. Den Wassertank füllen brachte wohl am meisten. Zusätzlich stellten wir die zwei 10 Liter Eimer noch gefüllt in die Nähe des oberen Steuerstandes. Es kam auf jeden Zentimeter an. Man konnte gut beobachten, wie unsere Duke beim Füllen immer weiter und weiter runter ging. Auf diese Weise konnten wir am Heck gut 10cm nach unten drücken. „Das muß reichen!“ tönte Susi. Unser Bootshintermann, der am Vorabend schon so nett beim Anlegen geholfen hatte, brutzelte gerade sein Frühstück. Es duftete köstlich nach gebratenem Speck. Wie wir so bei unseren Vorbereitungen zum Ablegen waren, kam er zu uns auf’s Boote und stellte einen Teller ab, mit den Worten: „Irish breakfast“ und weg war er. Auf dem Teller befanden sich Sausages, Speck, eine gebackene Tomate und Black&White Pudding. Also alles was zu einem echten irischen Frühstück gehört. Ziemlich perplex standen wir da, staunten über unser zweites Frühstück und schauten uns an: „Das müssen wir jetzt aber essen, oder?“ Geduftet hat’s umwerfend, aber mit dem irischen Frühstück hatten wir bislang so unsere Probleme. Aber probieren geht über studieren. Es half nichts. auch ohne Hunger konnten wir diese tolle Geste nicht ablehnen. Was soll ich sagen – es war ne Wucht. Sehr gehaltvoll, aber lecker. Ich glaub‘ das eß ich irgendwann mal wieder. Wir revanchierten uns mit zwei Dosen Guinness. Er freute sich und wir verabschiedeten uns. Mit vollen Bäuchen legten wir ab und bereiteten uns auf das Abenteuer Brücke vor. Kurz vor der Problemstelle schwenkte hinter uns ein Boot in den Camlin-River ein. Susi deutete ihnen an, daß sie etwas langsamer fahren sollten, um uns keine Wellen bei unsere Brückendurchfahrt zu machen. Es schien so, als ob sie die Situation erkannt hatten und stoppten. Langsam, ganz langsam tasteten wir uns unter der Brücke durch. Unsere Maßnahmen hatten Erfolg. Mit etwas mehr Luft als am Vorabend passierten wir die niedrigste Brücke die wir je „unterfahren“ hatten. Glücklich und heil wieder im Camlin-River angekommen, konnten wir die Flussfahrt in vollen Zügen genießen. Die Sonne wärmte uns den Rücken. Die Vögel zwitscherten und die Kühe schauten wie immer dumm drein. Nach eine guten halben Stunde erreichten wir den Shannon wieder. Die Stimmung an Bord war super. Mit sanften Klängen aus dem Bootsinneren (Nightwish) kamen wir bald wieder an der Schleuse von Roosky an. Die Wolken hatten sich mittlerweile fast komplett aufgelöst und die Sonne strahlte über’s ganze Land. Die Schleuse und Brücke von Roosky hatten wir ziemlich schnell hinter uns und wir beschlossen in dem kleinen Hafen von Dromod ein kleine Mittagspause zu machen. Bei sommerlichen Temperaturen liefen wir ein. Susi machte erst noch mal klar Schiff und ich schrieb ein paar Zeilen Logbuch, bevor wir in dem kleinen Bistro…

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